Die Macht der Weblogs
23. Januar 2006
Welchen Einfluß die “Blogosphäre”, die vernetzte Gemeinde der Blogger, mittlerweile in den Medien hat, zeigen aktuelle Geschehnisse.
Heidi Klums Vater wollte dem “Werbeblogger” verbieten, den Namen seiner Tochter in einer URL zu verwenden, die Bremer Sozialgerichtsdirektorin mahnte den “Shopblogger” ab, weil er bei Google unter den ersten zehn Treffern beim Suchbegriff “Sozialgericht Bremen” zu finden war und zuletzt bezeichnete der für die “Du bist Deutschland”-Kampagne verantwortliche Jean-Remy von Matt Weblogs als Klowände des Internets.
In allen drei Fällen ging der Schuß nach hinten los. Innnerhalb kürzester Zeit verbreiteten sich die Meldungen, Kommentare und teilweise Spottbekundungen in vielen Weblogs, füllten die vorderen Platze im Googleranking und fanden nach und nach auch den Weg in andere Medien. Die Sache “Klum” entwickelt sich mittlerweile zur vielbelächelten Farce (was Vater Klum sicherlich nicht beabsichtigt hatte), die Sozialgerichtsdirektorin hat kleinlaut zugegeben, zu den Ahnungslosen im Internet zu gehören und Herr von Matt hat sich (zumindest teilweise) per Brief bei den Bloggern entschuldigt.
Ein einzelner Blogger hätte sich in allen Fällen wohl nur schwerlich wehren können, durch die soziale Vernetzung innerhalb der Blogosphäre (ein Zeichen dafür, dass Blogs wesentlicher Bestandteil des Web2.0 sind) lässt sich zuweilen ein Mediendruck aufbauen, den sonst nur die großen Boulevard-Zeitschriften erzeugen können.
Alexander Pisculla in Weblogs | Permalink | Noch keine Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare.
RSS Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI
Kommentieren
Geben Sie hier Ihren Kommentar zu "Die Macht der Weblogs" ein. Felder, die mit * markiert sind, müssen ausgefüllt werden.
