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Die Kunst entdeckt das Web 2.0

16. Oktober 2006 | Christian Kempen

Weltweit führende Museen für moderne und gegenwärtige Kunst entdecken die Stimme von Internet-Communities als Kriterium für die Exponatsauswahl. Die wachsende Popularität der sich kreativ betätigenden Communities wie Flickr und YouTube prägt die nachwachsende Generation der Kunstinteressierten. Dieser Entwicklung wollen führende Kunstaussteller nun Rechenschaft tragen.
Eine der wichtigsten Adressen für moderne Kunst, das renommierte Museum of Modern Art aus New York (MoMA), hat jüngst bei YouTube ein Audioprojekt der Künstlergruppe ´The Residents´ präsentiert. Diese kombiniert bereits seit den 70er Jahren Audio-, Video- und Fotokunst. Den Nutzern wurde angeboten, Videobeiträge zu den Klängen der Gruppe zu erstellen. Eine Auswahl wird bei einer Ausstellung über das Werk der ´Residents´ zu sehen sein, die sich natürlich über die steigende Popularität sehr gefreut haben.

Das MoMA wird hauptsächlich wegen der Klassiker der modernen Kunst wie Picasso, Warhol oder Lichtenstein besucht. Die Kuratoren versprechen sich aber eine breite Akzeptanz von digital erstellten Werken unbekannter Online-Kunstschaffender, sofern es gelingt, sie ansprechend in die Sammlung zu integrieren. Die langjährige Kuratorin Ms. London ist von der wachsenden Bedeutung des Internets für die kreative Entfaltung überzeugt.

Die Saatchi Galerie aus London organisiert eine noch diesen Monat beginnende Ausstellung, in der die Öffentlichkeit online als Ko-Kurator fungiert hat (über ein Voting wurde die Endauswahl der Exponate vorgenommen). Die Galerie Pace/McGill aus New York hat diesen Sommer das Projekt „Self-Portraitr“ durchgeführt, dessen Exponate eine Auswahl von Flickr-Bildern waren. Auf diese Weise konnte ein deutlich jüngeres Publikum als bisher erreicht werden.

Aufgrund der vielfältig erweiterten Kommunikationskultur in der neuen digitalen Realität des Web 2.0 sind weitere Projekte dieser Art zu erwarten, denn die Kuratoren haben nun neue und unkomplizierte Möglichkeiten zur Kooperation mit der Öffentlichkeit.

via WallstreetJournal (Login erforderlich)

2 Kommentare

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Kiwi
24. Januar 2007

wurde ja auch mal zeit … :)

Kunstagentur
6. Februar 2008

“Web 2.0″ ist eine Mode. Klassische Kunst ist zeitlos. Ergo: Beide sind inkompatibel! Gute Kunst braucht keine Flashpräsentation, soviel ist klar.

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