Yingiz: Das Ende des klassischen Affiliate-Modells?
29. November 2007 | Alexander Pisculla
Mit mehr oder weniger blumigen Worten wird der Dienst Yingiz in der Blogospähre als neues Social Shopping Konzept vorgestellt (z.B. bei ConnectedMarketing oder Blognation). Das Prinzip ist einfach: Man installiert sich eine Toolbar, die immer Alarm schlägt, wenn man auf einer Shoppingseite mit Einsparpotential landet. Kauft man den entsprechenden Artikel, erstattet Yingiz einen Rabatt-Betrag.
Möglich ist dies bei Shops, die ein Affiliatemodell anbieten. Yingiz stülpt mit Hilfe der Toolbar und seinen Usern den gewünschten Produkten die eigene Affiliate-ID über und gibt einen Teil der resultierenden Provision an den Käufer weiter.
Schön für Yingiz und sicher auch schön für den Käufer des Produktes (der durch Weiterempfehlung des Dienstes auch noch zusätzliche Einnahmen erzielen kann). Leider werden bei dem Modell etliche Gruppen vor den Kopf gestoßen. Jeder, der auf seiner Website Produkte als Affiliate anbietet, verliert die bei einem Kauf fällige Provision, wenn der Käufer die Toolbar installiert hat. Betreiber, deren gesamtes Geschäftsmodell auf Affiliate-Provisionen beruht, verlieren ebenfalls ihre Vergütung.
Und nicht zuletzt die Shopanbieter selber werden sich auf Dauer fragen, warum für Verkäufe, die direkt über ihre Shopseite getätigt werden, noch Provisionen ausgezahlt werden sollen. Der eigentliche Sinn des Affiliate-Modells, andere für seine Produkte werben zu lassen und ihnen dafür eine Erfolgsbeteiligung im Verkaufszahl zu geben, wird dabei hinfällig.
Interessant ist übrigens auch die Frage, wie es mit der Buchpreisbindung in Deutschland aussieht. Wenn ich in einem Shop ein Buch kaufe und die Toolbar mir eine Ersparnis signalisiert, ist dies sicherlich rechtlich problematisch…
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