Web 2.0 – Zögerliche Akzeptanz bei Händlern
9. September 2008 | Pamela Moucha
“E-Commerce ja, Web 2.0 nein” – Viele Händler hinken der Entwicklung des Handels im Internet hinterher. Diese Tendenz zeichnet sich ab in einer Studie, für die der “E-Commerce-Center Handel” (ECC Handel) in diesem Jahr 1702 Einzel- und Großhandelsunternehmen sowie Handelsvermittlungen befragt hat.
Die Zahl an Unternehmen, die interaktive Tools wie Twitter oder eigene Unternehmensblogs für Marketingzwecke und Kundenkommunikation einsetzen, scheint stetig zuzunehmen. Ebenso lässt sich ein steigender Einfluss von Web-2.0-basierten Konzepten wie beispielsweise Social Shopping-Portalen im Online-Handel verzeichnen. Dennoch scheint durch die jüngste Studie “Internet im Handel 2008″ der Forschungs- und Beratungsinitiative ECC-Handel auch eine gegenteilige Tendenz nachweisbar zu sein.
Schon in der ersten Kurzauswertung der Untersuchungsergebnisse zeichnet sich ab, dass zwar für die meisten Händler Internet und E-Commerce nicht mehr aus dem B-to-C-Handel wegzudenkenden sind, gegenüber interaktiven Tools und Anwendungen des Web 2.0 jedoch scheinen immer noch starke Berührungsängste vorzuherrschen.
Beschränkung auf Online-Vertrieb
So erzielen mittlerweile 32,1 Prozent der befragten Händler über 25 Prozent ihres Gesamtumsatzes durch den Onlinevertrieb, ganze 5,3 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Der Einsatz von Web-2.0-Diensten wie Audio Podcasts, Videoportalen, Blogs oder Foren hingegen spielt sich weiter im prozentualen Niedrigbereich ab. Nur 4,4 Prozent der Befragten hat schon einen Blog auf der Website integriert, lediglich 7,7 Prozent einen News-Feed. In Planung ist ein Blog immerhin schon bei 11,8, ein News-Feed bei 13 Prozent.

“Internet im Handel 2008″ (Grafik: ECC-Handel)
Die größte Aufgeschlossenheit im Hinblick auf die Einbindung von Web-2.0-Diensten zeigten die befragten Händler gegenüber interaktiven Bewertungssystemen. 9,4 Prozent haben bereits solche Features, bei 16,5 sind diese eingeplant.
Diese Präferenz macht stutzig. Wer sich für die Bewertung durch Kunden und Nutzer interessiert, sollte doch alles daran geben, um durch Modernität und das Schritthalten mit aktuellen Trends möglichst gute Noten von diesen bescheinigt zu bekommen. Vor diesem Hintergrund ist fragwürdig, warum die meisten Händler sich, einmal im Internet angekommen, vor dem folgerichtig nächsten Schritt ins Web2.0 erst einmal ein ausgiebiges zögerliches Ruhepäuschen gönnen.
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Weiterführende Links
“Internet im Handel 2008 – Erste Ergebnisse”
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