Amazons "Kindle": Virales Marketing durch überzeugte Kunden
16. September 2008 | Pamela Moucha
Was gibt es vor der Anschaffung eines technischen Produkts Erfreulicheres für den potenziellen Käufer als die Möglichkeit, das Gerät erst einmal in aller Ruhe anzuschaun, zu drehen, wenden, kennen zu lernen? Etwa im Starbucks. Bei Kaffee und Muffin. Und ganz nebenbei wird die geplante Neuanschaffung im entspannten Plauderton durch einen passionierten Kenner erklärt.

Wer in New York, Seattle oder San Francisco mit dem Gedanken spielt, sich den immerhin knapp 400 Euro teuren E-Book-Reader “Amazon Kindle” anzuschaffen, der kann sich das elektronische Lesegerät für E-Books zunächst einmal ganz unverbindlich und privatissime von einem schon stolzen und nicht minder begeisterten Besitzer erläutern lassen. Ein klarer Fall von Social Networking ist das, jedoch in diesem Falle nicht digital, sondern ganz real.
Amazons freiwillige Werber
Seit das Lesegerät für elektronische Bücher, Zeitschriften und Zeitungen im November letzten Jahres auf dem US-Markt erschienen ist, bieten überzeugte Nutzer sich an, Interessierten das Gerät vorzuführen, seine Funktionen zu erklären und geduldig Fragen zu beantworten.
Amazon hat allen Grund zur Freude angesichts einer wachsenden Zahl freiwilliger Prokuktvorführer. Um die ‘vorbildliche’ Initiative noch zu befördern, hat der Anbieter des erfolgreichen E-Book-Readers unter dem Slogan “See a Kindle in your City” nun ein Onlineforum geschaffen, damit Kindle-Anhänger und potenzielle Käufer sich einfacher kontaktieren können.
Übers Onlineforum zum Kindle-Date
So fragt etwa Connie im “Kontaktforum” New York City: “Stephen, Are you still showing your Kindle? What part of town are you in? I’d love to see it.” Und Stephen, einer der besonders aktiven Kindle-Demonstrator in NYC, antwortet darauf: “I prefer to meet inside the Starbucks at 16th/8th in Chelsea. I’m generally available from 4-7pm Monday to Friday.” Und auf Dr. Abdul-Maliks Anfrage: “I am seriously thinking to buy the Kindle. Could I arrange to see yours and talk to you about it?” erwidert Stephen geflissentlich “Love my Kindle, so come see it in Manhattan.”
Mehr als die Kosten für das Busticket zum Date und den Kaffee bei Starbucks fallen dabei für den Interessenten nicht an. Und die Kindle-Volunteers machen’s aus ideellen Gründen oder reiner Leidenschaft, ohne daran verdienen zu wollen. Auf den größten materiellen Gewinn dürfte Amazon spekulieren, denn kostengünstiger und erfolgversprechender kann Empfehlungs-Marketing wohl kaum sein. So etwas Geniales wird selten in Agenturen geboren, das kommt – na woher schon – aus dem Straßencafé um die Ecke!
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Weiterführende Links
Kindle-Kontaktforum “See a Kindle in Your City”
20. September 2008
Interessant zum Virales Marketing:
“Erst inspirieren, dann spielen”
Frank Magdans 19.07.2008
Die Macher des Internetpuzzles Aladygma über Indie-Games, Netzkunst und Virales Marketing
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28298/1.html
6. Dezember 2008
Ich wusste bisher nicht, was es mit viralem Marketing auf sich hat. ALADYGMA kannte ich natürlich. angeblich sollen die auch für die Kampagne “Ich weiß, was du dieses Weihnachten tun wirst” verantworlich sein (da gibts ein youtube video darüber und die hp ichweisswasdudiesesweihnachtentunwirst.de – echt seltsam!).
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