Facebook, Deine große PR-Chance heißt Ökostrom!
4. November 2008
Die Studentencommunity Facebook wächst wie der Teufel, und mit ihr wachsen natürlich auch die Kosten. Eine monatliche Stromrechnung von einer Millionen Dollar, wie Internet World Business meldet, das ist schon beachtlich. Das Weblog Techcrunch fürchtet sogar, die explodierenden Kosten könnten dem Gründer Mark Zuckerberg über den Kopf wachsen. Hier deshalb ein kleiner Tipp, damit die Strom-Zeche nicht bloß bitter ist, sondern auch ein gutes Image bringt:
Seien Sie Vorbild, Herr Zuckerberg, und werden Sie grün!
Wie das gehen könnte, zeigt Google geradezu mustergültig. Zwar kursierten zeitweise auch Gerüchte, der Suchmaschinenmogul plane den Bau eigener Atommeiler, um den gigantischen Energiebedarf seiner Rechenzentren zu decken. Sein Plan “Clean Energy 2030″ aber deutet in eine andere Richtung – und zwar richtungsweisend.
Mit dem Umweltprojekt RE<C (Renewable Energy Cheaper Than Coal) will Google die Stromversorgung der Staaten innerhalb von 22 Jahren von den herkömmlichen Quellen Öl und Kohle auf erneuerbare Energien wie Wind-, Solar- und Erdwärmequellen umstellen. Die errechnete Kostenersparnis von 722 Milliarden Euro für die gesamte Zeitspanne käme dabei nicht nur Googles gutem Ruf als ökofreundlicher Energiesparer, sondern auch der eigenen Stromrechnung in höchst erfreulicher Weise zugute.
Egal, welcher Kandidat heute die Präsidentschaftswahl in den USA gewinnen wird – sei es Obama, sei es McCain, die beide gleichermaßen Anhänger atomarer Energieversorgung sind -, das Bekenntnis zum ökologischen Strom dürfte in den USA immer ein eindrucksvolles Zeichen sein.
Wie wär’s also mit einer kleinen Umorientierung im Hinblick auf eine ethisch vorzeigbare nächste Stromrechnung, Herr Zuckerberg? Löbliches Vorbild ist nicht bloß Google, der Große. Ein solches finden Sie auch im Kleinen, zum Beispiel in little Germany. Hier machen die Großen, etwa Strato, 1&1 und Hetzner vor, wie cool es ist, schon längst komplett auf grünen Strom zu setzen.
Links:
Internet World Business über Facebooks Stromrechnung
TechCrunch über Facebooks Kostenexplosion
Google als möglicher Vorreiter
Clean-Energy-Plan 2030
Statement zur grünen Energie
Kleine große Vorbilder mit grünem Strom:
Strato, 1&1 und Hetzner
Für Mark Zuckerberg und alle, die gleich aktiv werden wollen!
Greenpeace Ökostrom: Ehrlicher Ökostrom – Fair, transparent, günstig, konsequent.
Oekostrom von Naturstrom: 100% Oekostrom mit Preisgarantie Testsieger und BUND/NABU Empfehlung
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Bildnachweis: H. Kosin, “Balberger Wald # 4″. Some rights reserved. Flickr.com
Pamela Moucha in Aktuell, Facebook, Web2.0 | Permalink | 3 Kommentare
3 Kommentare zu "Facebook, Deine große PR-Chance heißt Ökostrom!"
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7. November 2008 @ 16:53
Die Idee finde ich super! Allerdings sollte das wirklich sauber durchgeführt werden, und nicht nur als PR-Aktion.
Bei den genannten Beispielen gibt es leider einige Haken: die RECS-Zertifikate, die 1&1 verwendet, sind kaum etwas wert und tragen nicht dazu bei, erneuerbare Energien zu fördern.
Der Stromanbieter Naturenergie, von dem Strato und Hetzner beliefert werden, ist eine Tochter von EnBW, einem der großen vier Stromkonzerne in Deutschland. EnBW hat den höchsten Anteil Atomkraft im Strommix und baut neue Kohlekraftwerke. Nicht grade vielversprechend, denen das Ökostromgeld anzuvertrauen.
Interessanter finde ich da http://www.atomstromfreies-internet.de/, das allerdings erst einige kleinere Webhoster nutzen.
11. November 2008 @ 14:26
Vielen herzlichen Dank für den informativen Blick hinter die Fassade! Ganz recht, auch für die drei genannten Webhoster scheint zu gelten ‘Nicht überall, wo Öko drauf steht ist auch Öko drin’…
25. November 2008 @ 18:24
Naja, die großen Hoster bemühen sich wohl auch um Energieeinsparung. Wahrscheinlich eher um Kosten zu senken, aber gut für die Umwelt ist es trotzdem. Wer zu Hause “guten” Ökostrom haben will, findet auf meiner Website (http://www.atomausstieg-selber-machen.de) hilfreiche Infos. Es gibt leider viele Anbieter, die mit angeblichen Ökoangeboten den Kunden nur noch mehr Geld aus der Tasche ziehen, ohne etwas zu verändern.