Apples Werber sperren Google und Microsoft aus
11. Juni 2010 | Horst Brandl
Google hat die neuen Werbevorschriften des Computerbauers Apple für das iPhone hart kritisiert. Apple schreibt vor, dass nur noch echte Werbeunternehmen Reklame in Apps integrieren dürfen. Das schließt auch Google und Microsoft aus, da sie neben Werbung auch andere Dienste anbieten.
Google trifft das besonders, denn sie finanzieren viele ihrer Angebote über Werbung und entsprechend deutlich fällt die Reaktion aus: Die “Financial Times” berichtet, die US-Wettbewerbshüter wollten die neuen Vorschriften von Apple untersuchen, und beruft sich auf vertraute Kreise. Unklar sei nur noch ob das Justizministerium oder die nationalen Handelskommission dabei das Zepter führt.
Daten bleiben bei Apple
Google ist ebenso der Meinung, dass die neuen Regeln Unternehmen benachteiligen, die wettbewerbsfähige mobile Technologien anbieten, wie Google es tut. Apple startet seinen Dienst iAd Anfang Juli – mit dem der Computerbauer seinen Entwicklern von Apps gestattet, Werbung zu integrieren. Das neue Betriebssystem iOS für iPhone und iPad untersagt dabei Werbeanbietern, Nutzerdaten aus den Anwendungen zu sammeln und auszuwerten. Laut den Regeln dürfen die Daten nicht an Netzwerke weiter geleitet werden, auf die Hersteller von mobilen Geräten oder Entwickler von Betriebssystemen, wie zum Beispiel Google oder Microsoft, Zugriff haben.
Zum Start von iAd wird es mobile Werbekampagnen von führenden globalen Marken darunter AT&T, Best Buy, Campbell Soup Company, Chanel, Citi, DirecTV, GEICO, GE, JC Penney, Liberty Mutual Group, Nissan, Sears, State Farm, Target, Turner Broadcasting System, Unilever und The Walt Disney Studios geben. Für das Jahr 2010 hat Apple iAd-Zusagen in Höhe von insgesamt über 60 Millionen US-Dollar gesammelt, was beinahe 50 Prozent der insgesamt vorhergesagten amerikanischen mobilen Werbeausgaben für die zweite Hälfte des Jahres 2010 entspricht. Da dieser zukunftsträchtige Markt schnell wächst wird heiß darum gekämpft.
Eric Schmidt verlies Verwaltungsrat
Indiz für die Eskalation der Zwistigkeiten zwischen Google und Apple zeigt ebenso die Tatsache, dass sich Google-Chef Eric Schmidt zum Rückzug aus dem Verwaltungsrat von Apple veranlasst sah. Er verwies dabei auf zunehmende Interessenkonflikte zwischen den Unternehmen. Google versucht derzeit mit unterschiedlichen Produkten und Leistungen auf den Zug des boomenden Mobilmarktes aufzuspringen, unter anderen mit dem freien Handy-Betriebssystem Android, das Handyhersteller für ihre Smartphones kostenlos einsetzen und weiterentwickeln können, sowie mit dem eigenen Multimediahandy.

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