Der Kampf der E-Book-Reader
22. Juni 2010 | active value
Die Vertreiber von E-Book-Readern verhielten sich bisher ruhig, zu ruhig, bedenkt man Apples Kampfansage mit seinem Bookstore.
Amazon reagiert nun auf Apples iPad und bietet seinen Kindle für deutlich weniger an als bisher.
Ebenso greift die große US-Buchhandelskette Barnes & Noble ins Geschehen ein: Sie reduziert den Preis für ihr Lesegerät Nook um fast ein Viertel. Amazon konterte mit einer weiteren Preissenkung beim Kindle.
Amazons E-Book-Reader kostet mit 6-Zoll-Bildschirm (ca. 15 Zentimeter) nur noch 189 Dollar, der Nook mit 199 Dollar nur geringfügig mehr. Die Displays beider Geräte können allerdings keine Farben, sondern nur Graustufen darstellen. Bislang lag der Geräte-Preis bei 259 Dollar.
Das iPad als Lesegerät
Apples hat mit der Einführung des iPad vor zweieinhalb Monaten für Furore gesorgt. Zwar kostet er mehr als das Doppelte als Kindle und Nook, aber ein größerer Farbbildschirm und deutlich mehr Funktionen machen das wett. Allein die unzählige Zusatzprogramme sind ein nicht zu unterschätzendes Argument für den deutlich höheren Preis, der bei 499 Euro beginnt.
Content is king
Für jeden Reader ist das verfügbare Angebot an elektronischen Büchern entscheidend. Die Verlage, bisher von Amazon abhängig, treten dem etablierten Online-Buchhändler Amazon nun entschiedener gegenüber.
Nun betritt ein weiterer, starker Rivale die Arena: Google startet im Sommer mit dem Online-Bookstore Google Editions und will seine digitalisierten Bücher nicht für seine mobiles Betriebssystem Android anbieten, was im Vorfeld vermutet worden war, sondern für alle Geräte. Voraussetzung ist lediglich ein Internet-Browser.
Weitere Hardware im Kommen
Die namhaften Computerhersteller haben bereits eigene Computer mit Touchscreen auf Messen präsentiert. Neulinge, wie der bislang unbekannte Hersteller Neofonie, arbeiten auch an Tablet-Computern mit berührungsempfindlichem Display, ebenso hat 1und1 einen Tablet-Computer für den Massenmarkt im Petto. Obwohl man sich dort noch ausschweigt zu diesem Thema, pfeifen es die Spatzen allerorts von den Dächern. Wer sich neben dem inzwischen in großen Stückzahlen verkauften iPad von Apple etablieren wird, ist noch völlig offen.

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