Gut und böse
24. Juni 2010 | active value
Standortbezogene Dienste, so genannte Location Based Services, sind eine tolle Sache: Kaum betrete ich einen Laden, signalisiert mein Smartphone einen Nachrichteneingang, ein kurzer Blick und ich kenne die aktuellen Sonderangebote. Kaum habe ich den Laden verlassen, genügen wenige Eingaben in mein Handy und ich weiß, ob einer meiner Freunde in der Nähe ist, den ich für einen Plausch beim Kaffee kontaktieren kann. Eine tolle Sache! Ich kann mir ein Leben ohne Handy, Smartphone, Computer nicht mehr vorstellen. So vieles leichter machen uns diese Geräte das Leben.
Spion
Eine Freundin wachte letzte Woche am Montagmorgen mit Übelkeit auf. Auf dem Weg zur Toilette merkte sie auch noch Schwindel. Nein, so konnte sie nicht zur Arbeit. Ein kurzer Anruf in der Firma: „Ja, ich gehe gleich zum Arzt“, und sie legte sich wieder ins Bett, schlief ein und wachte kurze Zeit etwas frischer auf.
Verhängnisvoll
Denn Gang zum Arzt kann ich mir wohl sparen, dachte sie sich. Am nächsten Morgen fuhr sie zur Firma. Ihr Abteilungsleiter informierte sie, dass sie ihn zur Personalabteilung begleiten sollte. Man überreichte ihr die fristlose Kündigung. Die Begründung: Da sie nicht, wie beim Telefonat angekündigt, einen Arzt aufgesucht hatte, ging man von einem unerlaubten Fehlen aus. Woher man wissen will, dass sie keinen Arzt aufgesucht hatte, wollte sie wissen. Das wäre eine Unterstellung.
Überraschung
Die überraschende Antwort: Durch die Positionsdaten ihres Blackberry konnte man feststellen, dass sie ihre Wohnung gestern nicht verlassen hatte. Meine Freundin arbeitet im Außendienst und der Aufenthaltsort ihres Blackberry wird ständig lokalisiert. Klar hat sie dafür irgendwann die Einwilligung unterschrieben, aber doch nicht an solche Folgen gedacht.
Fazit
Beide Geschichten sind fiktiv. Beide sind nach heutigem Stand der Technik ohne Probleme denkbar und machbar. Die Technik hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist, die Nutzung kritisch zu hinterfragen und uns mögliche Folgen bewusst zu machen.

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