Web 2.0 von Experten als Schulfach gefordert
29. Juni 2010 | active value
Kinder und Jugendliche nutzen soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter, MeinVZ, im Internet ohne deren Folgen absehen zu können, so Experten. Schule und Eltern sollen sich mehr dafür interessieren, was Kinder im Internet treiben und sie über Möglichkeiten und Gefahren aufklären.
Aktuelle Studie
Die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ greift eine Studie auf, die von A1 in Auftrag gegeben wurde: 44 Prozent aller Kinder wird der Umgang mit dem Internet nicht beigebracht. Dr. Barbara Brüning, Professorin für Erziehungswissenschaft/Didaktik der Philosophie und Ethik an der Universität Hamburg, fordert ein Schulfach oder zumindest einen Lernbereich, um Kinder über Gefahren und Chancen des Internets aufzuklären. Das Fach könne “Informatik und Medien” heißen und im Alter von elf bis zwölf Jahren stattfinden.
Eltern setzen Grenzen
Im Mittelpunkt soll die Ethik stehen, darauf einigten sich die Diskussionsteilnehmer der Veranstaltung “Roundabout Kids 2010: Facebook als Schulfach?”. “Kinder wollen nicht von Eltern lernen”, – aber die Eltern sollen Grenzen für sie setzen, meint so eine Teilnehmerin der Runde.
61 Prozent der Kinder von den Eltern an die aktuelle Technik herangeführt, nur 13 Prozent wird der Umgang mit Handy, Computer und Internet in der Schule vermittelt. 18 Prozent erhalten die Informationen von Geschwistern und Freunden. 19 Prozent haben gar keine Ansprechperson, hat die Kinder-Studie herausgefunden.
Daten sterben nicht
Verantwortungsbewusst mit den eigenen Daten umzugehen, soll den Kindern beigebracht werden,. Es ist problematisch, wenn sich Jugendliche in facebook, SchülerVZ oder ähnlichem als “King of Komasaufen” bezeichnen, so Brüning sinngemäß. Jugendliche können noch nicht absehen, dass solche Darstellungen im Netz auch ihre berufliche Laufbahn beeinflussen können.
Interesse für Internet
Neben der Schule sind auch die Eltern gefordert ihren Teil zur Aufklärung über das Internet beitragen: Sie sollen “Interesse zeigen, für das, was die Kinder im Netz machen”, so Brüning. Zeitsperren und Sperren bestimmter Seiten sind hingegen nicht sinnvoll. Eltern sollten sich informieren, was ihre Kinder im Internet konsumieren und mit wem sie kommunizieren.
Aufgabe der Schule
Ethik und Rechte im Internet zu vermitteln ist Aufgabe der Schule: Das Copyright-Gesetz, gegen das viele Kinder unwissentlich verstoßen, muss Thema sein und auch der Identifikationstausch – dieser findet statt, wenn sich jemand im Internet als eine Person ausgibt, die sie im wahren Leben nicht ist.
Mobbing
Alle Mobbing-Arten sind gleich verletzend, glaubt Brüning, der Unterschied zum Internet-Mobbing ist die große Öffentlichkeit. Meist verließen Gerüchte den Schulhof nicht, im Internet geht die Verbreitung viel schneller. Laut Brüning ist wichtig, dass man auch über Mobbing in der Schule spricht und die Kinder dadurch dazu bringt, “sich ein eigenes Urteil zu bilden”.

5. Juli 2010
Hallo Herr Brandl!
Ich finde es in der heutigen Zeit wichtig, dass Kinder und Jugendliche in den sozialen Netzwerken im Internet eingewiesen werden, um späteren Folgen vorzubeugen, so dass Web 2.0 als reguläres Schulfach eingeführt werden sollte.
Gerade das Mobbing im Internet ist sehr gefährlich und es ist in der heutigen Zeit schon fast normal, dass junge Menschen einen Psychiater aufsuchen müssen, um von diesem psychischen Stress befreit zu werden.
Mit freundlichen Grüßen
Sascha L.
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