Lauschangriff auf Facebook
5. Juli 2010 | active value
In Facebook finden sich eine Menge Informationen. Was zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig harmlos erscheint, kann schon im nächsten Moment sehr problematisch sein. Scheidungsanwälte scannen mit Vorliebe die Accounts der Gegner von Mandanten und werden häufig fündig.
Feind hört mit
81 Prozent der Mitglieder eines amerikanischen Verbands für Scheidungsanwälte fanden Informationen in sozialen Netzwerken. Wen wundert es das Facebook dabei am ergiebigsten ist. Mehr als 66 Prozent der Rechtsanwälte wurden hier fündig. Gefolgt von MySpace mit 15 und Twitter mit 5 Prozent.
Das digitale Leben existiert doch real
Manche Teilnehmer der Netzwerke gehen mit ihren digitalen Leben sorglos um und sind sich nicht bewusst, was die Einträge für Folgen im realen Leben haben können. Die Beispiele klingen manchmal erstaunlich trivial, aber sie zeigen wie wenig Gedanken sich viele über Folgen ihrer Veröffentlichungen machen.
So besuchte ein Ehemann eine Dating-Platform, gab sich als kinderloser Single aus und sah sich damit plötzlich im Sorgerechtstreit um das angeblich nicht existente Kind konfrontiert.
Nicht nur Bilder von Alkoholfeten machen Probleme, auch die Bilder einer Mutter, die vor Gericht angab, kein Marihuana zu rauchen und auf Facebook kiffend zu entdecken war, würden zum Verhängnis.
Ein anderer Ehemann kannte vor Gericht seine Probleme mit Aggressionsbewältigung nicht an. Als er mit dem Eintrag seiner Facebook-Seite in der Rubrik “Über mich Selbst” konfrontiert wurde, war die Aussage entlarvend: “Wenn du die Eier hast, mir unter die Augen zu treten, trete ich deinen Arsch in die Unterwerfung.”
Eine Mutter bestritt fehlende Fürsorge vor Gericht, doch ihr Facebook-Account verriet das sie eine Menge Zeit für ihren FarmVille-Bauernhof aufwendet – wenn sie nicht in World of Warcraft aktiv ist.
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