Knigge für das Web 2.0
19. Juli 2010 | active value
Es hat etwas von Großmutters: „Mit vollem Munde spricht man nicht“, was die Telekom uns da schönes gebastelt hat. “101 Do’s and Don’ts für den digitalen Alltag” heißt das Projekt, aber sollte man nicht auch so kommunizieren, das alle verstehen, was man sagen will, wenn man den Anspruch hat für die ganze Webwelt zu domestizieren?
Aber was erwartet man von einer Firma, die eine Service-Line, eine Hotline und eine Help-Line hat. Bitte unterlassen sie es uns mit Fragen zu quälen, für was die einzelnen Lines zuständig sind, nur weil die Telekom darauf keine Antwort wusste.
Projekt eEtiquette
Verhaltensregeln für das Web 2.0 hat die Telekom in ihrem Projekt eEtiquette gesammelt und es soll noch ergänzt werden — verbessert soll es nicht werden, obwohl das schmerzlich notwendig scheint.
Gute Umgangsformen
“Ignoriere die Rechtschreibfehler anderer, es sei denn, dein Name wurde falsch geschrieben” macht sich gerade in Zusammenspiel super mit “e-mails die in kleinbuchstaben, und mit falschen zeichensetzung verfasst sind, lassen dich faul, oder ungebildet erscheinen”. Und das ist tatsächlich ein Zitat inklusive aller Fehler! “Solltest du dein Büro mit anderen teilen, bedenke Deine Lautstärke beim Tippen.” Nein, kein Witz, auch wenn es sich so anhört. Sagen sie ihrer Tastatur doch das sie leiser sein soll. Funktioniert nicht? Vielleicht wenden sie einfach an eine der drei “Lines”.
Brainstorm beim Brainstorming?
Es geht es um Fragen wie: “Ist es ok, wenn ich eine Kontaktanfrage auf Facebook ignoriere?”, was Facebook ja so auch anbietet. Wir fragen uns: Ist Facebook damit unhöflich? Oder auch schön finden wir: “Bin ich unhöflich, wenn ich im Restaurant mein Handy auf den Tisch lege?”, neben mein Notebook oder wie? ”Wie lange darf ich im Café das kostenlose Wi-Fi nutzen, ohne etwas zu bestellen?”. Wahrscheinlich genauso lange wie ich im Café mit meinem Kumpels abhängen darf, ohne etwas zu bestellen – wer denkt sich solche Fragen aus?
„Creation Center“ klingt cool
Die Telekom hat für solch geniale Ergüsse ein „Creation Center“. Es ist ein Teil der „Laboratories“. Mitgearbeitet hat eine Professorin für Interaction Design an der TU Berlin, rund 40 internationale Nutzer, die Masterstudierenden des Royal College of Art in London und der Deutschen Knigge Gesellschaft.
Unter anderem gibt’s auch den Ratschlag: “Nur R2D2 darf eine Beziehung digital beenden”. Das sollten sich aber mal C3PO und ein paar B-Promis hinter die Ohren schreiben.

19. Juli 2010
Haha! Stark! Gewisse Fragen sind wirklich einfach nur lächerlich… Unglaublich!
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