Computerspiele in hoher Qualität ohne teuere Hardware
30. Juli 2010 | Horst Brandl
Vor dem Personal Computer hatte ein Computer etwa die Ausmaße eines Kühlschranks. Nein, nicht das kleine europäische Modell, sondern das Volumen eines amerikanischen, doppeltürigen Frigde. Bildschirm und Tastatur waren nur Datenterminal ohne Rechenleistung. In diese Zeit will uns der Videospieledienst Onlive wieder zurückversetzen und preist es als Revolution der Spielebranche an. Weder teuere Hardware mit rasend schneller Grafikkarte ist nötig, noch aufwendige Softwareinstallation und das Raubkopienproblem ist gleich mitgelöst. Trotzdem verspricht der Dienst Spielequalität höchster Güte.
Sieben Jahre Entwicklungszeit
Die Spiele laufen auf Hochleistungsrechner, in Serverfarmen verteilt über die USA. Sie führen die aufwendigen Berechnungen für Grafik, Sound und Spieltechnik durch, packen das Ergebnis mit intelligenten Algorithmen und senden es zurück an den PC des Spielers. Dafür soll eine normale Breitbandleitung genügen, obwohl Onlive standardmäßig die HD-Auflösung von 720p nutzt. Schnelle Hardware sei dafür nicht vonnöten. Onlive verspricht, dass man auch mit billigen und alten Computern Games der Neuzeit spielen kann. Sieben Jahre Entwicklungszeit stecken in dem Projekt.
Spiele auf dem Fernseher
In Planung ist eine “Micro Console”, in der Größe einer externen Festplatte, die den Onlive-Service auf den Fernseher holt. Setzt sich Onlive durch, könnte das die Konsolenbauer Sony, Microsoft und Nintendo ebenso hart treffen wie die Hersteller leistungsstarker PC-Hardware, denn PCs rüstet man hauptsächlich für moderne Spiele auf.
Die Zukunft der Spiele
Die Spielehersteller sind von der Idee beeindruckt: Macht es zum einen den Spielehandel und seine Marge überflüssig, so bietet das Abomodell zum anderen einen steten Cashflow. Große Publisher wie Atari, Konami, Take-Two Interactive, Capcom, Ubisoft und Electronic Arts haben Onlive bereits nicht nur Interesse sondern auch Unterstützung signalisiert. Zum Start umfasst das Angebot bereits Spielehits, wie “Assassin’s Creed II”, “Mass Effect 2″, und “Dragon Age: Origins”.
15 Dollar soll der Spieledienst monatlich kosten sowie ein einmaliger Freischaltbetrag pro Spiel. Onlive startet zunächst in den USA. Natürlich plant man bereits die Ausweitung nach Europa.

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