Ernüchterung bei Abos auf dem iPad
2. August 2010 | active value
Die Verlage hofften auf das iPad. Endlich könnte der Erlös bei den digitalen Ausgaben eingefahren werden. Vorbei sind die Zeiten in denen jeder mausklickende Couchpotatoe sorgfältig recherchierte und gut aufbereitete Artikel kostenlos konsumieren konnte. Gestandene Vorstandsvorsitzende aus Berlin sahen sich zu so tiefen Verbeugungen Richtung Apple genötigt, dass man Angst hatte, sie schlagen auf dem Teppich auf.
Euphorie
Gar nicht schnell genug konnten die ersten digitalen Prototypen entstehen, mit denen leidgeprüfte Verlagsleiter endlich wieder Pluspunkte bei den Verlagsaktionären einheimsen konnten. Und jetzt das!
Ernüchterung
Nach der Euphorie folgt die Ernüchterung. Dass sich Apple ein Vetorecht bei jeder App für das iPhone oder das iPad vorbehält war klar. Playboy hat es gar nicht probiert eine App in die Zulassung zu bekommen. Doch jetzt blockt Apple auch Verlage wie den US-Verlag Time, der das Wall Street Journal und Sports Illustrated über den App-Store anbieten will. Apple lässt beide nicht zu.
Information
Von Apple gibt es dazu keine Begründung für die Entscheidung. Vermutet wird, dass Apple nicht akzeptiert, das der Verlag mit den Abos selbst Nutzerdaten generieren will. Soll man ihm das Verdenken, und gar verwehren? Die Branche ist jedenfalls ernüchtert. Zensiert Apple nicht nur anstößige Inhalte, sondern verwehrt der iPad-Hersteller jeden direkten Kontakt zum Leser? Einzelne Ausgaben von Zeitschriften und Magazinen wurden bereits über den App-Store angeboten und abgerechnet. Die großen Ausnahmen wurden offenbar auch bereits gemacht: Bei Amazon und Wall Street Journal gestattet Apple die direkte Abrechnung von Abos. Warum Apple solche Unterschiede bei der Zulassung macht, lässt das Orakel aus Cupertino bisher im Dunkeln.
Erwartung
Von den iPad-Versionen ihrer Magazine versprechen sich die Verlage einiges, hat sich doch die erste, speziell für das iPad, umgesetzte Version eines Magazins, das Internet-Magazin Wired, mehr als 100.000 mal für und über das iPad verkauft, eine Steigerungen gegenüber der gedruckten Ausgabe um etwa erfreuliche 33 Prozent.

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