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Google startet Street View in Deutschland

10. August 2010 | active value

Quelle: Flickr, byrion

Wer möchte kann bald nicht nur per Strassenkarte von Google Maps sein persönliches Datenprofil aufpeppen, sondern auch einen Blick auf seine Strasse und sein Haus einbinden: Google kündigt den Dienst Street View für Deutschland an.

Datenschützer warnen

Trotz Vorbehalte von Datenschützern und Verbraucherministerin  Ilse Aigner (CSU), die den Google-Dienst Streetview stark kritisiert und Einschränkungen fordert, gewährt Google bald allen Internet-Nutzern weltweit einen Blick in deutsche Vorgärten. Für Aigner ist die flächendeckende Fotoaktion jedoch nichts anderes als eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre: “Kein Geheimdienst dieser Welt würde so ungeniert auf Bilderjagd gehen.” Fragt sich nur, wer inzwischen die größten Datensammler sind, denn neben Google gibt es auch den deutschen Dienst Sightwalk und Microsofts Bing. Darüber äußerte sich die Ministerin bisher nicht.

Start noch in diesem Jahr

Noch in diesem Jahr soll Street View starten. Auf ein genaueres Datum will man sich nicht festlegen. Erst einmal möchte man die Einsprüche abwarten, die zweifellos kommen und bearbeitet werden müssen.

Gestartet wird der Dienst für die 20 nach Einwohnerzahl größten Städte des Landes. Sie sollen bald online in dreidimensionalen Fotoansichten abrufbar sein. Trotz aller Diskussionen sind die Deutschen schon jetzt treue Nutzer der Online-Strassenzüge. Die meisten Aufrufe des Dienstes kommen aus Deutschland. Die bebilderte Karte ist für die Urlaubsplanung nicht mehr wegzudenken.

Das bringt Google der Street-View-Dienst

Durchwanderbare Straßenzüge erhöhen die Nutzung von Google Maps für den jeweilen Bereich um 20 Prozent. Das macht plausibel, weshalb Google Street View nach Deutschland bringen möchte, denn mehr Nutzer bedeuten für Google mehr Geld. Das Unternehmen macht seinen Umsatz mit Werbung und die orientiert sich nach Seitenaufrufen.

Keine Sonnenschirme wegen Google-Drohne

Wie groß die Paranoia sein kann, zeigt die Meldung das Google eine Drohne von dem deutschen Drohnenherstellers Microdrones gekauft hat, die mit einer Kamera ausrüstbar ist. Sofort kamen Gerüchte auf, Google plane künftig damit in Bereiche vorzudringen, die nicht von der Strasse einsehbar sind. Ganz Misstrauische sahen offenbar bereits eine Google-Drohne über dem Kaffeetisch im heckendichten Garten kreisen. Google dementierte umgehend den Einsatz der Drohne für Google Street View oder Google Earth.

Dass ein Blick hinter den Zaun des Hauses tatsächlich Probleme bereiten kann, mussten die Bewohner von Riverhead, New York, feststellen: Per Google Earth sucht die dortige Bauaufsichtsbehörde nach illegal errichteten Swimming Pools. Bußgelder in Höhe von rund 75.000 US-Dollar konnten damit bereits eingetrieben werden.

Vier Wochen Einspruchsfrist

Wer keinem einen Blick von der Strasse auf sein Haus gönnen will, kann immer noch vier Wochen nach Start des Dienstes Einspruch bei Google einlegen. Google belässt das Bild zwar in der Anzeige, macht es aber so unscharf das keine Details mehr sichtbar sind.

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