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Wie ARD und ZDF ihre Onlinestudie interpretieren

16. August 2010 | active value

Quelle: ARD/ZDF-Medienkommission

Jedes Jahr geben die großen öffentlichen Sendeanstalten ARD und ZDF eine Onlinestudie in Auftrag um einen genauen Blick in die digitale Medienwelt zu erhalten. Die Ergebnisse werden in überraschender Weise interpretiert.

Die große Onlinestudie…

Die Onlinestudie nimmt in Anspruch über das Nutzerverhalten aller Bewohner in Deutschland Auskunft zu geben. So weit vorne weg, darauf kommen wir später zurück. Nun zu den Ergebnissen: Alle 14- bis 19-jährigen Jugendlichen nutzen das Internet. Diese Zielgruppe ist die mit dem Web aufgewachsen. Insgesamt betrachtet nutzten im Frühjahr 2010 rund 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren wenigstens gelegentlich das Internet. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 69,4 Prozent. Der Umkehrschluss heißt aber auch: Fast jeder dritte Deutsche nutzt das Internet nicht.

Anstieg durch neue Berechnung

Trotzdem weisst die Studie einen deutlichen Zugang zum Vorjahr von 5,5 Millionen aus. Das ist darauf zurückzuführen, dass nun die in Deutschland lebenden deutschsprachigen Ausländer jetzt in der Berechnung berücksichtigt sind. Ein erstaunliches Vorgehen, denn die Studie ist vor allen Dingen für Werbetreibende interessant und denen möchte man normalerweise möglichst hohe Zahlen präsentieren.

Drei Viertel täglich online

Drei Viertel sind täglich online. Das entspricht in etwa der Reichweite des Fernsehens. Wobei berücksichtigt werden sollte, wie die jeweilige Nutzung abläuft: Berieselung durch das TV oder aktives Verhalten im Internet? Aber die Experten haben herausgefunden das die tägliche Nutzung des Internets nicht zu Lasten des Fernsehs geht – wen hätte das gewundert – wo die Zeit für den Internetkonsum herkommt, beantwortet leider niemand.

Bewegtbild wird beliebter

Video- und Fernsehinhalte über das Internet zu konsumieren, wird immer beliebter. Wobei die Frage zu stellen ist, wenn ich per Decoder TV nutze, wen wird das zugerechnet? Onlinevideos gucken ist für die meisten Anwender wichtiger ist als das Web 2.0 zu nutzen. Die Onlinevideos werden hauptsächlich über Videoportale wie YouTube und die Mediatheken der Fernsehsender aufgerufen.

Fernsehen und Hörfunk und Internet

Erstaunlich auch das es keinen Verdrängungswettbewerb zwischen Fernsehen und Hörfunk und Internet gibt. Fernsehanstalten und Rundfunkanstalten (diese Bezeichnungen lieben wir) pinkeln sich dabei nicht gegenseitig ans Bein.

Die Zuwäche für das Web-2.0 fallen hingegen geringer aus als in den Vorjahren. Das Interesse an aktiver Teilhabe an Blogs, Twitter und Konsorten sinkt. Es besteht aus vielen Mitlesern und aus einer kleinen Gruppe von Aktiven

Keine 2.000 wissen alles über 70 Millionen?!

Und jetzt kommen wir zurück auf den eingangs erwähnten Anspruch, eine Studie für das Nutzerverhalten aller Deutschen vorlegen zu wollen: Für die zitierte Onlinestudie werden etwa 70 Millionen mögliche Nutzer zu Grunde gelegt. Telefoninterviews wurden mit 1.806 Personen geführt  – ein Missverhältnis, das jeden Statistiker sofort ein ganzes Büschel graue Haare wachsen lassen würde. Es ist nicht 1 Prozent, auch nicht 0,1 Prozent, nicht mal 0,01 Prozent, sondern nur 0,0025 Prozent der 70 Millionen – ein wahrlich homöopathischer Wert! Und, die Frage darf von einem Journalisten gestellt werden: Sind die Angaben verifiziert worden oder hat ein Teil der Befragten einfach nur flott geantwortet, um möglichst schnell den Anrufer wieder los zu werden?

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